Deutsches Fettleber-Register

Erste Ergebnisse weisen auf Risiken hin

"Ein paar Pfunde zu viel tolerieren wir, ohne viele Worte darüber zu verlieren. Doch die Fetteinlagerung in den Geweben ist riskanter als die meisten wissen", erklärt der Leber-Experte Prof. Dr. Wolf Peter Hofmann vom Berufsverband der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte.

So zieht beispielsweise die nicht-alkoholische Fettlebererkrankung eine schleichend voranschreitende Schädigung der Leber nach sich. Das Problem: Die Leber ist schmerzunempfindlich, daher macht sie selten Beschwerden, auch wenn die Funktion bereits beeinträchtigt ist. Patienten mit Fettleber bilden die größte Gruppe der lebererkrankten Patienten in Deutschland. In westlichen Industrieländern geht man von ca. 30 Prozent der Bevölkerung aus. Genaue Zahlen sind nicht bekannt. Selbst die Statistiken der Krankenkassen sind ungenau, weil Fettlebererkrankungen uneinheitlich dokumentiert werden.

Alle Experten sind sich einig, dass die Fettlebererkrankung allein wegen der demographischen Entwicklung schon bald zu einem gravierenden Problem in Deutschland werden wird. Um die Datenlage zu verbessern und damit eine Grundlage für die Bewältigung der zu erwartenden diagnostischen und therapeutischen Herausforderungen zu schaffen, hat der Berufsverband der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte die Einrichtung eines Deutschen Fettleber-Registers initiiert. Seit Beginn der Datenerhebung im Februar 2018 konnten bereits rund 350 Patienten vorwiegend in hepatologischen Schwerpunktpraxen und Ambulanzen rekrutiert werden.

Erste Ergebnisse zeigen, dass Patienten mit einer fortgeschrittenen Leberverhärtung typischerweise einen höheren BMI, einen weiteren Hüftumfang und erhöhte Leberwerte im Blut aufweisen. Sie leiden häufiger an Bluthochdruck, Typ 2-Diabetes und hatten in der Vorgeschichte öfter manifeste Herz-Kreislauf-Ereignisse.

"Es zeigt sich bereits jetzt, dass bestimmte Laborparameter und auch die Ultraschallmethode der Elastographie effektive und wichtige diagnostische Verfahren sind. Die Ergebnisse der stetig wachsenden Datenbank werden sicherlich die Wertigkeit der Elastographie, der genetischen Untersuchungen und auch das Potential zukünftiger Serummarker weiter überprüfen können", sagt Prof. Hofmann.

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