Delegation ist keine Lösung

Ärztliche Leistung ist nicht ersetzbar

Mit Erleichterung haben die niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte auf die Klarstellung des Deutschen Ärztetages reagiert, nach der die Ultraschall-Untersuchung des Brust- und Bauchraumes nicht an ärztliches Assistenzpersonal delegiert werden kann. "Für die ärztliche Tätigkeit genügt es nicht, eine technische Fähigkeit gut zu beherrschen", betont der Berufsverbandvorsitzende Dr. Albert Beyer. "Entscheidend für ein sinnvolles Ergebnis ist die ärztliche Interpretation und Diagnosestellung."

"Es gibt bedenkliche Tendenzen, Teile von ärztlichen Leistungen in abgespeckter Form an Assistenzpersonal zu delegieren", erläutert Dr. Beyer. "Natürlich geht es dabei in erster Linie nicht um eine Entlastung der Ärzte, sondern um Kosteneinsparungen. Doch das ist zu kurz gedacht. Letzten Endes kann beispielsweise eine vorgelagerte >>orientierende sonographische Untersuchung<< kaum etwas zur ärztlichen Befundung im direkten klinischen Bezug beitragen und provoziert bestenfalls Doppeluntersuchungen."

Statt über eine qualitative Abwertung von Ultraschall-Untersuchungen zu debattieren, wäre es viel eher an der Zeit, dieses sehr effektive und kostengünstige Verfahren endlich in angemessener Weise im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen abzubilden. Derzeit werden alle sonographischen Verfahren mehr oder weniger über einen Kamm geschert. Spezialisierte, qualitativ anspruchsvolle und entsprechend aufwendige Methoden werden nicht angemessen gewürdigt.

"Eine ärztliche diagnostische oder therapeutische Maßnahme ist ohne Zweifel in den meisten Fällen eine komplexe Leistung, die der Arzt nicht alleine erbringt", betont Dr. Beyer."Je komplexer die Behandlung, desto stärker ist der Arzt auf ein zuverlässiges, kompetentes und gut ausgebildetes Team angewiesen. Viele Tätigkeiten werden von Medizinischen Fachangestellten übernommen. Dennoch bleibt die Diagnostik und Behandlung eine ärztliche Maßnahme und muss in der Verantwortung des Arztes bleiben."

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