Darmkrebs-Screening

Darmspiegelung nicht versäumen

Die US-Task-Force für Vorsorgeleistungen kommt nach einer Analyse aktueller Studien zu dem Schluss, dass beschwerdefreie Erwachsene mit durchschnittlichem Risiko im Alter von 50 bis 75 Jahren definitiv von einem Screening auf Darmkrebs profitieren. Nach Einschätzung der Task-Force lassen sich damit unter tausend untersuchten Personen gut 20 Darmkrebs-Todesfälle verhindern.

"Die Erkenntnisse der amerikanischen Kollegen gelten für eine Reihe von Screening-Methoden", erläutert Dr. Ulrich Tappe vom Berufsverband der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte. "In Deutschland empfehlen wir die Darmspiegelung, die hierzulande im Unterschied zu den USA wesentlich kostengünstiger durchgeführt werden kann. Die endoskopische Untersuchung des unteren Verdauungstraktes ist unbestritten die Methode mit der höchsten Sensitivität und Spezifität für das Aufspüren von möglichen Krebsvorstufen. Der besondere Vorteil besteht zudem darin, dass diese potenziell gefährlichen Veränderungen der Darmschleimhaut im Zuge der Untersuchung gleich entfernt werden können."

Den Ergebnissen der amerikanischen Studie zufolge eignen sich auch andere Verfahren für eine effektive Früherkennung von Darmkrebs, wenn sie regelmäßig in vergleichsweise kurzen Abständen wiederholt werden. Die Magen-Darm-Ärzte weisen aber darauf hin, dass bei positiven Befunden auch dann immer eine Darmspiegelung erforderlich ist. Weitergehende Informationen über die Darmkrebsvorsorge und die Darmspiegelung finden Sie unter der Rubrik Darmkrebsvorsorge.

In Deutschland können gesetzlich Versicherte ab dem 50. Lebensjahr alle jedes Jahr einen Test auf Blut im Stuhl als Darmkrebs-Vorsorgeleistung in Anspruch nehmen. Ab dem 56. Lebensjahr übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für eine Darmspiegelung, die nach zehn Jahren wiederholt werden sollte. Für Menschen, die erblich bedingt oder aufgrund von Erkrankungsfällen in der Familie ein erhöhtes Darmkrebsrisiko haben, kann eine Darmspiegelung auch bereits vor dem 56. Lebensjahr geboten sein.

Die U.S. Preventive Services Task Force ist unabhängiges Gremium ehrenamtlich tätiger Experten für Prävention and evidenzbasierte Medizin, das einen jährlichen Bericht für den Kongress erarbeitet.

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