Darmkrebs

In hohem Maße genetisch bedingt

"Die Gene haben einen starken Einfluss auf das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken", berichtet Dr. Jens Aschenbeck, der Darmkrebs-Experte der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte. "Nach kürzlich veröffentlichten Ergebnissen einer groß angelegten Zwillingsstudie haben bis zu 40 Prozent aller Darmkrebsfälle eine erbliche Komponente."

Im Rahmen der erwähnten Studie wurden Registerdaten von rund 100.000 skandinavischen Zwillingen aus den Jahren 1943 bis 2010 ausgewertet. Das durchschnittliche Darmkrebsrisiko lag bei 4,6 Prozent, das Risiko für Brüder oder Schwestern von erkrankten Zwillingen im Verlauf der nächsten Jahre ebenfalls zu erkranken war zwei bis drei Mal so hoch.

"Die neue Studie bestätigt klar, was wir schon lange wissen", kommentiert Dr. Aschenbeck. "Nahe Verwandte von Darmkrebspatienten, insbesondere Geschwister, Eltern und Kinder, laufen Gefahr, ebenfalls von dieser lebensbedrohlichen Erkrankung befallen zu werden. Deshalb ist es wichtig, dass gerade diese Angehörigen beizeiten von den Vorsorge-Angeboten Gebrauch machen."

Der Berufsverband der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte (bng) hat eine Initiative "Familiärer Darmkrebs" auf den Weg gebracht. Darmkrebspatienten sollen motiviert werden, ihre Verwandten auf das erhöhte Risiko aufmerksam zu machen und zur rechtzeitigen Wahrnehmung der Vorsorgemöglichkeiten anzuhalten. Die Aufklärung übernimmt speziell qualifiziertes Assistenzpersonal in den Praxen. Die Mitarbeiterinnen erwerben die nötigen Kompetenzen zur strukturierten Beratung in regionalen Schulungen, die der Berufsverband finanziert.

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