Check-Up für die Leber

Zentralorgan im Krisenmodus

"Die Leber ist das zentrale Stoffwechselorgan in unserem Körper", sagt Prof. Dr. Wolf Peter Hofmann. "Sie ist an allen Stoffwechselprozessen von der Nahrungsverwertung bis zur Entsorgung von Schadstoffen und Abbauprodukten beteiligt. Sie ist robust, aber auch exponiert. Sie verträgt viel, aber wenn sie Schaden nimmt, brennt die Hütte."

Virale Erkrankungen der Leber sind heute oft gut behandelbar. Die moderne Medizin gibt dem Magen-Darm-Arzt Medikamente an die Hand, mit denen chronische Verläufe in den meisten Fällen kontrolliert werden können. Sorgen bereiten den Fachärzten für Verdauungsmedizin vor allem Schädigungen der Leber, die ein argloser Umgang mit dem eigenen Körper nach sich zieht. Das größte Problem ist die Verfettung des Organs, die langfristig Entzündungen und Gewebeverhärtungen und schließlich weitreichende Funktionsausfälle herbeiführt.

"Experten gehen davon aus, dass rund 25 Prozent der Bevölkerung heute schon unter einer nicht-alkoholischen Fettleber-Erkrankung leiden", warnt Prof. Hofmann. "Viele Betroffene wissen überhaupt nichts von ihrer Lebergefährdung, weil die Krankheit oft lange Zeit symptomfrei verläuft."

Die Fettleber für wird zehn bis 20 Prozent aller Leberzirrhosen und Leberkrebserkrankungen verantwortlich gemacht. Der Berufsverband der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte erneuert deshalb seine dringende Empfehlung des Lebertages 2017, die Bestimmung der Leberwerte als Leistung in den Check-up 35 aufzunehmen. "Das verborgene Risiko wird sichtbar, wenn der Hausarzt regelmäßig bei Kontrolluntersuchungen die Leberwerte bestimmt", erklärt Prof. Hofmann. "Wenn die Normwerte in Ordnung sind, muss man sich weniger Sorgen machen. Anderenfalls sollte man entschlossen handeln, bevor es zu spät ist."

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