Analyse der Registerdaten zur Hepatitis C-Therapie

Heilungserfolge bestätigt

Ab 2014 sind in Deutschland zahlreiche direkt antivirale Medikamente zur Behandlung der chronischen Hepatitis C zugelassen worden. Registerdaten von mehr als 11.000 seither dokumentierten Behandlungsfällen belegen die Therapieerfolge. Darüber hinaus geben sie Hinweise, wie die Patientenversorgung in der Praxis weiter verbessert werden kann.

"Die vor der Zulassung durchgeführten Studien haben etliche Fragen offen gelassen, die wir heute mit den jetzt vorliegenden Daten beantworten können", berichtet der Leberexperte der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte, Dr. Karl-Georg Simon. "So zeigt sich, dass Patienten im Alter von über 70 Jahren genauso gut auf eine antivirale Therapie ansprechen wie 18- bis 70-Jährige. Für Patienten mit einer zusätzlichen HIV-Infektion, ergeben sich gleiche Erfolgsraten, wie bei Patienten, die nur mit chronischer Hepatitis C infiziert sind. Auch Patienten mit fortgeschrittener Leberzirrhose können mit den interferonfreien Therapien so effektiv behandelt werden, dass sie als geheilt gelten."

Die chronische Hepatitis C ist eine komplexe Erkrankung, die je nach der genetischen Veranlagung des Infizierten ganz unterschiedliche Verläufe nimmt. Der riesige Datenpool von mittlerweile mehr als 11.000 registrierten Patienten ermöglicht eine detaillierte Analyse der verschiedenen, zum Teil auch vergleichsweise seltenen Untergruppen. So können immer bessere individuelle Therapiestrategien entwickelt werden. "Die fortgesetzte Erfassung der Therapieergebnisse durch die niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte wird es in Zukunft erlauben, die Langzeiteffekte der neuen Behandlungsformen in den Registerdaten darzustellen. Wir können dann erkennen, wie nachhaltig die Heilungserfolge sind", kommentiert Dr. Simon.

Das Deutsche Hepatitis C-Register ist 2003 aus einer Initiative von hepatologisch engagierten Ärzten des Berufsverbandes als online gestützte Datenbank zur Versorgungsforschung auf den Weg gebracht worden. In den zehn Jahren von 2003 bis 2013 sind mehr als 40.000 Patienten untersucht und etwa 27.000 behandelte Patienten dokumentiert worden. Seit Oktober 2014 wird es unter der Schirmherrschaft der Deutschen Leberstiftung in enger Kooperation mit dem Berufsverband der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte (bng) geführt.

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